5. August 2026
GOKAL auf der Zielgeraden: Ergebnisse zur Klimawandelanpassung im ländlichen Raum
Nach über zwei Jahren gemeinsamer Arbeit nähert sich das Forschungsprojekt „Governance von Klimawandelanpassung im ländlichen Raum“ (GOKAL) seinem Abschluss. Klima Plus war einer der drei Projektpartner und hat die praktische Umsetzung in zwei Modell-Landkreisen in Baden-Württemberg begleitet. Noch in diesem Jahr werden die Ergebnisse in Form einer Publikation und einer Roadshow für weitere Kommunen und Landkreise verfügbar gemacht.
Worum geht es bei GOKAL?
Der Klimawandel und seine Folgen stellen Kommunen und Landkreise im ländlichen Raum vor besondere Herausforderungen – von der strategischen Planung bis zur praktischen Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen. Im Rahmen des GOKAL Projekts wird untersucht, welche Hemmnisse und Lösungsansätze es für die Klimawandelanpassung in kleinen und mittelgroßen Kommunen gibt und daraus konkrete Handlungsoptionen für die kommunale Ebene abgeleitet. Landkreise nehmen dabei eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Land und Kommunen ein.
Das Projekt ist ein Kooperationsvorhaben zwischen der Wüstenrot Stiftung, der Professur für Geographie des Globalen Wandels der Universität Freiburg und dem Fachbüro Klima Plus. Laufzweit von Juli 2024 bis Dezember 2026.
Zwei Landkreise, sechs Pilotkommunen
Untersucht und pilothaft umgesetzt wurde die Anpassungsplanung in zwei Landkreisen Baden-Württembergs mit jeweils drei ausgewählten Kommunen. Im Landkreis Waldshut waren dies die Stadt Wehr, die Stadt Stühlingen und die Gemeinde Dachsberg. Im Hohenlohekreis waren es die Kreisstadt Künzelsau sowie die Gemeinden Schöntal und Zweiflingen. In allen sechs Kommunen wurden Interviews sowie Akteursworkshops durchgeführt, um lokale Entscheidungsstrukturen zu erfassen und gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort Maßnahmen zur Klimawandelanpassung zu erarbeiten.
Der bisherige Projektverlauf
Zu Beginn stand die Bestandsaufnahme: Auf Basis eigens erarbeiteter Kriterien wurden der Landkreis Waldshut und der Hohenlohekreis als Pilotlandkreise ausgewählt, und mit „Collaborative Governance“ der wissenschaftliche Rahmen für das Projekt festgelegt.
Im zweiten Schritt wurden Expert:innen eingebunden: Auf Basis eines eigens entwickelten Leitfadens führte das Projektteam acht Interviews mit ausgewählten Expert:innen durch, deren Ergebnisse anschließend in einem Runden Tisch zur „Governance von Klimawandelanpassung im ländlichen Raum“ diskutiert und für die weitere Konzeptionierung des Projekts genutzt wurden.
Darauf folgte die pilothafte Implementierung in den sechs ausgewählten Kommunen: Zunächst wurde über Interviews die jeweilige Ausgangssituation erfasst, danach fanden sechs Akteursworkshops – je einer pro Kommune – statt, in denen Entscheidungsstrukturen und -regeln vor Ort erfasst, Möglichkeiten einer strategischen Anpassungsgovernance aufgezeigt und konkrete Maßnahmenplanungen erarbeitet wurden.
Im Juni 2026 kamen alle Pilotpartner, beteiligten Expert:innen sowie Vertreter:innen weiterer interessierter Kommunen und Landkreise zu einem gemeinsamen Vernetzungstreffen in Ludwigsburg zusammen, um die bisher erzielten Projektergebnisse zu reflektieren und zu diskutieren.
Publikation und Roadshow
Im Anschluss an die Umsetzung vor Ort geht es nun bis Ende des Jahres 2026 an die Aufarbeitung und Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse sowie deren Vermittlung an weitere Kommunen. Dazu fließen die Ergebnisse aus GOKAL in eine Publikation zur Governance von Klimawandelanpassung im ländlichen Raum ein, in der die zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Projekt strukturiert aufbereitet und so beschrieben werden, dass sie sich auch auf andere Kommunen übertragen lassen. Begleitend dazu ist eine Roadshow zur „Klimawandelanpassung im ländlichen Raum“ geplant, mit der die Projektergebnisse aktiv an weitere Landkreise und Kommunen in Baden-Württemberg herangetragen werden sollen. Publikation und Roadshow bilden damit den Abschluss des Projekts und sollen sicherstellen, dass die im Landkreis Waldshut und im Hohenlohekreis erarbeiteten Erfahrungen über den Kreis der Pilotkommunen hinaus wirken.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter gokal-projekt.org